Konjunktur in Baden-Württemberg

Die Unsicherheit bleibt, der Aufschwung auch

Die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus Baden-Württemberg hat in den letzten Monaten nochmals zugenommen. Alle Branchen profitieren von hoher Auslastung, steigenden Umsätzen und höheren Gewinnen.
Vor allem nimmt die Industrie an Fahrt auf. Der Bauboom setzt sich fort, Handel und Großhandel sind weiterhin zuversichtlich und viele Dienstleister erwarten auch in den nächsten Monaten kräftige Zuwächse. Allein das Gastgewerbe erleidet wegen hoher Kosten und verschärftem Fachkräftemangel eine leichte Delle auf hohem Niveau, ist aber zuversichtlich, diese alsbald wieder ausbügeln zu können.
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Der Export besonders nach Asien hat weiter an Schwung gewonnen. Aber auch aus der Eurozone wird mit steigender Nachfrage gerechnet. Rund 92 Prozent der Betriebe gehen von steigenden oder gleichbleibenden Exporten in den nächsten Monaten aus. Auch in der Industrie hat der Exportoptimismus noch einmal leicht zugelegt.
Die meisten Unternehmen sehen mehr Chancen als Risiken für ihre Geschäfte. Entsprechend positiv fallen auch die Pläne für Inlandsinvestitionen aus. Nur knapp jeder neunte Betrieb will weniger als im Vorjahr im Inland investieren.
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Diese fast nie dagewesene Kontinuität des Aufschwungs wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt im Land aus. Im siebten Jahr in Folge stellen die Betriebe zusätzliches Personal ein. In allen Wirtschaftszweigen hat die Beschäftigung zugenommen. Nach Bayern ist Baden-Württemberg mit 3,6 Prozent das Bundesland mit der geringsten Arbeitslosenquote. Und auch in den nächsten Monaten dürfte sich der Arbeitsmarkt positiv entwickeln. Mehr als ein Viertel der Befragten will zusätzliches Personal einstellen.
Allerdings bereitet mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen der Fachkräftemangel Sorgen, weil viele Betriebe Stellen nicht besetzen können. Fachkräftemangel ist somit größtes Geschäftsrisiko noch vor Inlandsnachfrage und Arbeitskosten.