Pressemitteilung vom 19.05.2017

IHK: Betriebe toppen Lage-Rekord vom Jahresbeginn

Beschäftigungspläne werden nochmals ausgebaut
„Die Unternehmen in der Region Stuttgart haben den Rekord bei der Bewertung ihrer eigenen Lage schon nach vier Monaten gebrochen und nochmals übertroffen“, sagt Andreas Richter, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart. Laut aktueller IHK-Frühjahrsumfrage, an der rund 920 Unternehmen aller Branchen und Größenklassen im Ballungsraum Stuttgart mitwirkten, haben sich die Erwartungen der meisten Befragten vom Jahresanfang erfüllt. Die gute Entwicklung der globalen Wirtschaft, vor allem das Wachstum in Asien, die robuste US-Konjunktur und der günstige Euro-Dollar-Kurs haben die Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen aus der Region Stuttgart nochmals ansteigen lassen. Hinzu kommen die Erholung in der Eurozone und die anziehende Binnennachfrage in Deutschland. Das wirkt sich auch positiv auf die Beschäftigungspläne hiesiger Unterhemen aus.
Der Umfrage zufolge bewerten 57 Prozent der Betriebe ihre Lage gut – eine Steigerung um 3 Prozentpunkte gegenüber Jahresbeginn. Befriedigend beurteilen knapp 40 Prozent (Jahresbeginn: 41 Prozent) ihre Geschäftslage, nur 3,5 Prozent sind unzufrieden (Jahresbeginn: fünf Prozent).
Vor allem die Industrie meldet eine merklich verbesserte Geschäftslage. Der Anteil der Industriebetriebe mit guter Lage ist in den letzten vier Monaten von 50 auf rund 58 Prozent gestiegen. Auch im Großhandel sowie  im Einzelhandel hat die Zufriedenheit mit dem Geschäftsverlauf sehr deutlich zugenommen. Dagegen gibt es bei Dienstleistern Unterschiede in der Lagebewertung. Während Berater und IT-Services sich mehrheitlich in guter Lage sehen, fallen die Urteile der Dienstleister im Finanzsektor, in Verkehrswirtschaft sowie Hotel- und Gaststättengewerbe ungünstiger aus als noch am Jahresanfang.
Bei den meisten regionalen Betrieben ist allerdings die Zuversicht für die nächsten zwölf Monate ungetrübt. Die Mehrheit der Befragten, nämlich 56 Prozent, rechnet mit gleichbleibender Geschäftsentwicklung (Jahresbeginn: 62 Prozent). Ein gutes Drittel traut sich eine weitere Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung zu (Jahresanfang: 31 Prozent). Pessimistisch ist jedes zehnte Unternehmen. Vor vier Monaten war es jedes zwölfte.
Die Auftragslage hat sich nochmals verbessert: mehr als 40 Prozent der befragten Betriebe melden steigende Auftragseingänge. Über ein Drittel der Unternehmen in der Region wollen zudem in den nächsten 12 Monaten mehr in Deutschland  investieren als im zurückliegenden Jahr. Auch in der Industrie hat bei einem Anteil von mehr als 40 Prozent der Unternehmen die Investitionsbereitschaft zugenommen.
Die regionale Exportwirtschaft bleibt zuversichtlich. Mehr als 40 Prozent der auslandsaktiven Unternehmen gehen von steigenden Exporten aus, 48 Prozent wollen ihren Level halten, elf Prozent rechnen mit Rückschlägen. „Der kaum zu bremsende Export vor allem der produzierenden Unternehmen zeigt, dass entgegen allen protektionistischen Tendenzen unsere Produkte in aller Welt stark nachgefragt werden“, so Richter. Es sei zwar richtig, dass die deutschen Exportüberschüsse hoch sind. „Solche Überschüsse sind jedoch ebenso wenig wie Defizite per se gut oder schlecht, denn letztendlich sind beide das Ergebnis autonomer Entscheidungen von Konsumenten und Produzenten“, sagt der IHK-Hauptgeschäftsführer.
Nochmals angestiegen sind auch die Beschäftigungspläne der meisten Umfrageteilnehmer. Rund 30 Prozent der befragten Betriebe wollen zusätzliches Personal einstellen – ein Plus von zwei Prozentpunkten gegenüber Januar. Knapp 60 Prozent wollen ihre Belegschaften konstant halten und nur 13 Prozent (minus eineinhalb Prozentpunkte) müssen Personal abbauen.
Allerdings befürchten viele Personalchefs, dass sie nicht alle freien Stellen werden besetzen können. Demzufolge sieht mehr als die Hälfte der befragten Betriebe im Fachkräftemangel das größte Geschäftsrisiko. Das sind fünf Prozentpunkte mehr seit Jahresbeginn.
Trotz insgesamt weiterhin guter Konjunkturperspektive appelliert Richter an die Politik, dass im Bundestags-Wahlkampf keine Debatten wie zum Beispiel über eine sogenannte Reichensteuer die Oberhand gewinnen, was Betriebe verunsichern könnte.