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Außenwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs
(PDF, 833 KB) (Dokument-Nr.: 111615)
STANDORTPOLITIK, WIRTSCHAFTSPOLITIK
Außenwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs
Die regionale Wirtschaft hat im Jahr 2011, nur zwei Jahre nach ihrem historischen Einbruch im Zuge der Weltwirtschaftskrise, schon wieder neue Rekordwerte im Außenhandel erreicht. Diese Erfolge verdankt sie ihrer großen Zahl an global hervorragend aufgestellten Unternehmen sowie ihrer hohen internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Zwar hat das Auslandsgeschäft im vergangenen Halbjahr spürbar an Schwung verloren, jedoch bleibt die regionale zuversichtlich, auch im Jahr 2012 Zuwächse im Auslandsgeschäft erreichen zu können. Um die hervorragende Wettbewerbsposition auch künftig halten oder gar ausbauen zu können, planen die Unternehmen in diesem Jahr erneut eine Steigerung ihrer Investitionsausgaben im In- und Ausland. Auch der heimische Arbeitsmarkt wird über eine steigende Fachkräftenachfrage der Betriebe von dieser positiven Entwicklung profitieren.
Außenhandel
Aktuell ist die baden-württembergischen Exportwirtschaft auf einem stabilen Wachstumskurs: Im Januar und Februar 2012 stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent, die Einfuhren nahmen um 7,8 Prozent zu. Und auch im Jahr 2011 konnte die Außenwirtschaft erneut kräftig wachsen. Die Exporte sind um rund 13 Prozent auf den Rekordwert von 172 Milliarden Euro gestiegen. Deutschlandweit lag Baden-Württemberg mit einer Exportquote von 52 Prozent auf dem vierten Platz der Bundesländer. Die Industrie aus der Region Stuttgart erreichte 2011 einen Auslandsumsatz von 52 Milliarden Euro, der Anteil der Exporte am Gesamtumsatz stieg auf gut 61 Prozent. Die Importe des Südwestens kletterten ebenfalls auf einen historischen Höchststand von 143,7 Milliarden Euro, ein Plus von 14 Prozent.
Neben dem Wachstum des Außenhandels hatten 2011 die anziehenden Investitionen der Unternehmen sowie die der private Konsum zu einem überdurchschnittlichen Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von preisbereinigten 4,4 Prozent beigetragen.
Der größte Exportpartner Baden-Württembergs ist nach wie vor die USA mit 15,8 Milliarden Euro Umsatz. Auf Platz zwei und drei befinden sich die Schweiz mit 14,7 Milliarden Euro und Frankreich mit 14,1 Milliarden Euro Ausfuhrwerten. China kletterte vom fünften auf den vierten Rang der wichtigsten Zielländer Baden-Württembergs. Neu in den Top Ten der Hauptexportländer ist Russland auf dem zehnten Platz.
Die Euro-Schuldenkrise hatte in der zweiten Jahreshälfte 2011 weltweit zu einem Anstieg der Verunsicherung über die Konjunkturverlauf geführt, was auch die Nachfrage nach Produkten und Diensten aus der Region Stuttgart gebremst hat. Trotzdem bleiben die hiesigen Betriebe zuversichtlich, auch im Jahr 2012 global erfolgreich zu sein. Zwar dürften die Im- und Exporte wohl nicht mehr im zweistelligen Prozentbereich wachsen, am Erreichen neuer Rekordwerte zweifeln die Betriebe jedoch nicht.
Die Geschäftsbeziehungen zu ihren 30 wichtigsten Handelspartnern bewerten die Unternehmen aus der Region Stuttgart nicht mehr ganz so hervorragend wie im Jahr zuvor, aber in der überwiegenden Zahl der Länder und Regionen weiterhin eindeutig positiv. Der zukünftige Kurs der internationalen Geschäftsbeziehungen ist aus Sicht der Betriebe zudem aufwärts gerichtet: Die IHK-Indikator „Erwartete Entwicklung der internationalen Geschäftsbeziehungen“ übertrifft für jeden Handelspartner die Einschätzungen zur aktuellen Situation. Der Anteil der Optimisten ist bezüglich der künftigen Geschäftsbeziehungen zu China am größten. Daher steht China an der Spitze des Rankings hinsichtlich der Aussichten der Geschäftsbeziehungen.
Auslandsinvestitionen
Im vergangenen Jahr hat die regionale Wirtschaft Engagement im Ausland kräftig erhöht und plant für 2012 mit weiter steigenden Auslandsinvestitionen. Knapp die Hälfte aller Unternehmen, die im Ausland investieren, haben ihre Budgets für Investitionen außerhalb Deutschlands aufgestockt, 43 Prozent wollen das hohe Vorjahresniveau halten und lediglich knapp neun Prozent reduzieren ihr Auslandsengagement.
Die generellen Tendenzen sind in allen Branchen identisch: Die auslandsorientierten Unternehmen wollen ihre globale Expansion auch im Jahr 2012 fortsetzen, wenn auch mit leicht reduziertem Schwung. Dabei gibt die regionale Industrie unangefochten den Ton an: Während in den restlichen Branchen 29 Prozent der Betriebe im Ausland investieren, tut dies knapp die Hälfte aller Industrieunternehmen.
In der Gunst der Investoren hat sich die Reihenfolge der Weltwirtschaftsregionen gegenüber 2011 nicht verändert: Die beliebteste Zielregion ist erneut China, vor allem in der Industrie. An zweiter Stelle folgen die die Europäische Union (EU 15), die von vielen Händlern bevorzugt wird. Zudem weiten die Unternehmen ihre Investitionen auf eine größere Zahl von Regionen aus: Die durchschnittliche Zahl der Regionen, in denen hiesige Unternehmen investieren, steigt gegenüber dem Vorjahr von 2,6 auf 3,1.
Nachdem im Vorjahr der Auf- und Ausbau eigener Produktionsstätten und Niederlassungen leicht dominierte, stehen 2012 Investition in den Vertrieb und den Kundendienst an erster Stelle. Die Produktionsverlagerung ins Ausland, um Kostenvorteile gegenüber dem Inland zur realisieren, befindet sich weiter auf dem Rückzug. Auch im Jahr 2012 investieren nicht nur die großen Unternehmen im Ausland, auch die kleinen und mittleren Betriebe bauen ihr Engagement kontinuierlich aus. 65 Prozent der großen Betriebe investieren im Schnitt in vier Wirtschaftsregionen. 38 Prozent der mittleren Unternehmen in 2,5 Regionen und 21 Prozent der kleinen Unternehmen sind durchschnittlich in 2,3 Regionen investiv engagiert.
