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STANDORTPOLITIK, WIRTSCHAFTSPOLITIK

IHK fordert Verbesserung der Infrastruktur auf dem Neckar

Ausbau der Neckarwasserstraße für den Wirtschaftsstandort Stuttgart von großer Bedeutung

Die IHK Region Stuttgart fordert den Bund auf, in die Binnenwasserstraßen-Infrastruktur zu investieren. Die Rahmenbedingungen für die Binnenschifffahrt müssen nach IHK-Ansicht verbessert werden. In der Region sollte vor allem der Neckar eine bessere Infrastruktur erhalten. Binnenschifftransporte auf dem Neckar sorgen für die Entlastung der ohnehin stark belasteten Straßeninfrastruktur. Auch verfügt kein anderer Verkehrsträger über Kapazitätsreserven, die sofort genutzt werden können.
Im sprunghaft gestiegenen Stückgutgeschäft konnte die Binnenschifffahrt noch nicht entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Fuß fassen. Die IHK macht dafür die vergleichsweise schlechten Rahmenbedingungen auf dem Neckar verantwortlich. Dazu gehören die niedrige Brückenhöhe, die einen wirtschaftlichen Einsatz von Containerschiffen erschwert, die geringe Schleusenlänge und der schlechte Zustand der Neckar-Staustufen. Die bisher eingeleiteten Maßnahmen zur Verbesserung der Situation sind aus Sicht der IHK weit entfernt von einer grundlegenden Sanierung der maroden Infrastruktur.

Trotz der Nachteile und Schwierigkeiten wurde Ende 1996 mit nachhaltiger Unterstützung der Landesregierung und der IHK die Containerschifffahrt auf dem Neckar eingerichtet. Inzwischen hat sich diese Betriebsform auf dem Neckar ihren Anteil erkämpft und sich am Markt fest etabliert.

Ferner fand die Verlängerung der Neckarschleusen für 135 Meter lange Rheinschiffe auch Eingang in den Investitionsrahmenplan 2006-2010 des Bundes. Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV) richtete daraufhin auch ein Amt für den Neckarausbau in Heidelberg ein.

Wie wichtig ein Ausbau wäre, untermauerte die Potenzialuntersuchung, die das Land Baden-Würtemberg 2010 im Rahmen der Erstellung des Generalverkehrsplans des Landes erstellen ließ. Danach wird gerade für die beiden südlichen Häfen Stuttgart und Plochingen eine Steigerung des Aufommens und zusätzliches Potenzial von über 500 Prozent berechnet:

Hafenregion

Prognostiziertes Aufkommen 2025 plus zusätzliches Potenzial

Zunahme inkl. Potenzial gegenüber 2006

Heilbronn

6,323 Mio. Tonnen

35,7%

Stuttgart

7,024 Mio. Tonnen

577,3 %

Plochingen

4,644 Mio. Tonnen

513,4 %

Neckar gesamt

17,991 Mio. Tonnen

278,8%

Quelle: Grundlagenuntersuchung zu einem Binnenschifffahrts- und Hafenkonzept Baden-Württemberg - Schlussbericht -, IVT e.V., Mannheim 2010 

Seit kurzem ist der Schleusenausbau aber massiv gefährdet. Im Zuge des eines Berichts des Bundesministeriums für Verkehrs, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS) an den Deutschen Bundestag zu Einsparmaßnahmen bei der WSV legte das Ministerium auch den Vorschlag einer neuen Struktur der Bundeswasserstraßen vor. Der Neckar zwischen Heilbronn und Stuttgart würde in das so genannte Ergänzungsnetz eingruppiert, der Abschnitt Stuttgart-Plochingen dem Nebennetz zugeordnet. Bei dieser Kategorisierung sind Ausbauvorhaben kaum bzw. gar nicht mehr vorgesehen. Würde diese abschließend so beschlossen, wäre die Region Stuttgart mit ihren beiden öffentlichen Binnenhäfen Stuttgart und Plochingen langfristig nicht für längere Schiffe erreichbar. Dies wäre volkswirtschaftlich und ökologisch unsinnig. Die IHK bleibt bei ihrer Auffassung, dass umfassendere Sanierungsmaßnahmen auch oberhalb Heilbronns genutzt werden sollten, um jeweils eine Schleusenkammer auf 135 Meter zu verlängern.

  

Stand: März 2012

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