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STANDORTPOLITIK, WIRTSCHAFTSPOLITIK

Stuttgarter Verkehrspolitik auf dem Rücken der Unternehmen

Der Gemeinderat der Stadt Stuttgart versucht, dem Zielkonflikt zwischen Umweltschutz, Bürgerwünschen, Ökonomie und den Anforderungen an ein funktionierendes Gemeinwesen insbesondere durch Restriktionen im Verkehrsbereich zu begegnen. Angedacht sind Maßnahmen zur Verkehrsvermeidung, -verminderung und -verlangsamung. Konkret stehen die weiträumige Einführung von Tempo-30-Zonen, Rückbauten des Straßennetzes oder die Wiedereinführung des emissionsunabhängigen Durchfahrtsverbotes durch die Stuttgarter Innenstadt für Lkw über 3,5 Tonnen auf der Tagesordnung. Auch Themen wie eine City-Maut, eine ÖPNV-Abgabe für Autobesitzer oder die intensive Parkraumbewirtschaftung werden diskutiert.

Die IHK Region Stuttgart hat vor diesem Hintergrund gemeinsam mit der Handwerkskammer Region Stuttgart und dem Verband des Württembergischen Verkehrsgewerbes e.V. eine Umfrage unter gut 15.000 Unternehmen in Stuttgart durchgeführt. Knapp 2.800 Unternehmen haben geantwortet und somit einen wichtigen und vor allem belastbaren Beitrag für die Diskussion geleistet.

Die Ergebnisse in Kürze:

  • Rund die Hälfte der Wirtschaft reagiert auf Eingriffe in das System „Verkehr” besorgt und sieht negative Auswirkungen auf ihre Kostenstruktur, die Umsatzentwicklung, die Unternehmenslogistik oder die Erreichbarkeit des Unternehmens sieht.
  • Ein nochmals deutlich größerer Teil, fast zwei Drittel der Unternehmen, sieht durch eine restriktive Einschränkung des Straßenpersonen- und -güterverkehrs gar die künftige Entwicklung des Unternehmens beeinträchtigt.
  • Auch eine Aufwertung der Aufenthaltsqualität durch das Verdrängen des Verkehrs aus der Innenstadt, beispielsweise rund um den City-Ring, wird von den Unternehmen überwiegend nicht erwartet. Zwei Drittel erwarten keine Auswirkung auf das Umfeld des Unternehmens, vielmehr sehen insbesondere Händler, Verkehrsunternehmer und Handwerker eine Verschlechterung bei der Kundenfrequenz und den Umsätzen.
  • Wenige Unternehmen sehen durch die vom Gemeinderat und der Stadtverwaltung diskutierten Verkehrsrestriktionen auch positive Auswirkungen. Dies insbesondere bei den „weicheren” Faktoren - knapp zwölf Prozent erwarten Verbesserungen des Unternehmensumfeldes und gut sieben Prozent sehen positive Folgen für die Standortqualität.

Die Broschüre "Stuttgarter Verkehrspolitik auf dem Rücken der Unternehmen", die die vollständige Auswertung der Umfrage und Hintergrundinformationen enthält, können Sie in der Rubrik 'Downloads' herunterladen.

Stand: November 2009

DOKUMENT-NR. 31048

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