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Tal der Rezession durchschritten

Dokument-Nummer: 25350

10. Februar 2010
Tal der Rezession durchschritten

Für die Wirtschaft im Rems-Murr-Kreis kann nach der aktuellen Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2010 ein leichter Aufwärtstrend verzeichnet werden. Damit scheint das Tal der Rezession durchschritten. Insbesondere die Erwartungen hinsichtlich der Entwicklung im Exportgeschäft gestalten sich deutlich optimistischer. Allerdings ist es wohl für eine Entwarnung noch zu früh, da sich der andeutende Aufschwung noch nicht von alleine trägt. Das Jahr 2010 wird vermutlich durch einen langwierigen Erholungsprozess geprägt sein. Eine konjunkturelle Belebung wird in erster Linie von der Entwicklung des Auslandsgeschäfts abhängig sein. Für den aktuellen Konjunkturbericht wurden rund 400 Unternehmen aus dem Rems-Murr-Kreis befragt.

Verglichen mit der zurückliegenden Umfrage vom Herbst 2009 hat sich die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage unter den befragten Unternehmen leicht verbessert. Der Konjunkturklima-Index, der sich als zusammengesetzte Größe aus der Lageeinschätzung und den künftigen Geschäftserwartungen ermittelt, konnte sich seit der letzten Erhebung im Indikator um 15 Prozentpunkte auf 101,6 Punkte verbessern, das entspricht in etwa dem Niveau vom Frühjahr 2005 (108,7 Prozentpunkte).

Die Wirtschaftskrise hat im letzten Jahr deutliche Auswirkungen auf die Ertragslage der Unternehmen gehabt. Die angespannte Liquiditätslage vieler Unternehmen drückt sich vor allem in der schwachen Investitionsneigung aus. Zwar ist auch hier ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen, allerdings sind die Investitionsplanungen insgesamt noch deutlich von Zurückhaltung geprägt.

Die seit Herbst 2009 leicht steigenden Zahlen im Auftragseingang setzen sich zum Jahresbeginn 2010 weiter fort. Die bereits etwas verbesserte Geschäftslage lässt auch den Optimismus an die zukünftige Entwicklung weiter wachsen.

Die positiven Tendenzen für die zukünftige Geschäftslage resultieren dabei in erster Linie aus den Erwartungen an das Auslandsgeschäft. Angesichts der Stabilisierungstendenzen in der Weltwirtschaft und im Welthandel haben sich die Exporterwartungen der Unternehmen im Rems-Murr-Kreis seit der letzten Umfrage nochmals spürbar aufgehellt. Die ansteigende Auslandsnachfrage kann insbesondere den Unternehmen, die aufgrund ihrer starken Exportausrichtung besonders hart von der Weltwirtschaftskrise getroffen wurden, wieder auf die Beine helfen.

Als größtes Risiko für die künftige Unternehmensentwicklung wird derzeit der sehr schleppende Inlandsabsatz genannt. Neben dem Wegfall staatlicher Finanzspritzen kommt bei den privaten Konsumenten die zunehmende Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt dazu. Kaufentscheidungen werden derzeit auf die lange Bank geschoben. Als weiteres Risiko werden die kontinuierlich steigenden Energie- und Rohstoffpreise genannt. Risiken bei der Finanzierung werden ebenfalls gesehen. „Hierbei muss berücksichtigt werden, dass sich der wirtschaftliche Einbruch bei vielen Unternehmen erst zeitverzögert in den Bilanzen auswirkt“ so Claus J. Paal, Präsident der IHK Bezirkskammer Rems-Murr, „es wird sich erst in den kommenden Monaten verstärkt zeigen, inwieweit Kredite vor allem für Auftragsvorfinanzierungen notwendig sein werden und die entsprechende Finanzierung zustande kommt." 



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