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Insbesondere für Betriebe, die nicht regelmäßig ein Fahrzeug brauchen oder wo der Bedarf stark schwankt, kann sich das „Autoteilen” lohnen.
Der „Autoteiler” braucht nur gelegentlich ein Auto – der eigene Wagen ist zu teuer. Aber zu jeder Zeit kann er für eine beliebige Dauer ein Fahrzeug nutzen, indem er mit einem Carsharing-Anbieter einen Vertrag abschließt.
Zählten ursprünglich nur Privatleute zu den Kunden der Carsharingfirmen, nutzen inzwischen auch immer mehr Freiberufler, Firmen, Behörden und Verwaltungen die Vorteile des „Autoteilens”. „Meistens werden die Fahrzeuge für kurze Fahrten im Nahbereich bis zu etwa 100 Kilometern im Umkreis von Stuttgart genutzt”, sagt Ulrich Stähle, Vorstand der Stuttgarter Stadtmobil Carsharing AG. Werde ein Auto regelmäßig genutzt, dann sei das eigene Fahrzeug wirtschaftlicher, meint er. Doch Betriebe, die nicht regelmäßig ein Fahrzeug brauchten oder wo der Bedarf stark schwanke, profitierten vom kurzfristigen Ausleihen, ist Stähle überzeugt.
Ein Beispiel ist sein Kunde Optiplan. Der Spezialist für Kopie und Medientechnik aus Stuttgart führte 2007 das Carsharing ein, weil seine unregelmäßig anfallenden Kurierfahrten nur schwer planbar waren. Die Einsparungen beziffert Geschäftsführer Dieter Wimmer auf etwa 8000 Euro pro Jahr. Zusätzlich freut den Firmenchef, dass Stadtmobil ihm erlaubt, eigene Werbeschilder auf dem Wagendach anzubringen. Seine Kurierfahrerin Rosi Walz liebt den roten Flitzer aus einem anderen Grund: Er ist immer sauber geputzt.
Carsharing spart Geld und nutzt der Umwelt
Ein weiterer gewerblicher Carsharing-Nutzer ist die LBS Baden-Württemberg. Sie unterhielt bis 2006 einen eigenen Fahrzeugpool für gelegentlich anfallende Dienstreisen: Je sechs Pkw waren in Stuttgart und in Karlsruhe stationiert. Weitere 30 Fahrzeuge waren Führungskräften zugeordnet. „Ein Fuhrparkmanagement-Seminar und eine Präsentation der Bahntochter DB Rent gaben den ersten Anstoß, uns intensiver mit den Möglichkeiten des Carsharing zu befassen”, erinnert sich Hans Steitz, stellvertretender Abteilungsdirektor bei der LBS Stuttgart. Bevor sich die LBS aber für Carsharing entschied, ließ sie ihren Fuhrpark von einem Unternehmensberater auf Optimierungspotenziale durchleuchten und holte Referenzen bei verschiedenen Kunden der DB Rent ein. Dann gaben Vorstand und Personalrat grünes Licht, so dass die LBS zum Januar 2006 mit Carsharing starten konnte. Fielen bis Ende 2005 noch jährlich 439 000 Kilometer für Dienstreisen mit privat genutzten Pkw an, so reduzierten sich diese Fahrten binnen eines Jahres um über 100 000 Kilometer. Steitz sagt: „Durch die Sensibilisierung der Mitarbeiter bezüglich der Fahrzeugkosten konnten wir 100 000 Kilometer einsparen und damit die Kosten für Dienstfahrten mit Privatfahrzeugen senken.”
Laut Steitz sprechen bei der LBS zahlreiche Pluspunkte für Carsharing: Die Kosten für Privatfahrzeuge gingen zurück, und es entfielen verschiedene Aufgaben der Fuhrparkverwaltung: beispielsweise die Überwachung der gesetzlichen Prüftermine und der Wartungstermine. Statt Führung von Fahrtenbüchern erfolge die Stunden- und Kilometererfassung beim Carsharing mit einem elektronischen Schlüssel. Dadurch sei eine exakte Zuordnung auf Kostenstellen mit stundengenauer Abrechnung möglich. Versicherungsschäden würden von DB Rent bearbeitet. Zudem könnten die Mitarbeiter die Fahrzeuge direkt via LBS-Intranet buchen. Auch stünden ständig Fahrzeuge mit neuestem Stand der Technik zur Verfügung, die schon nach 18 Monaten (bisher nach 48 Monaten) ersetzt würden. Überdies spare die LBS Zeit, weil die Fahrzeuge von DB Rent direkt in die LBS-Tiefgarage gestellt würden. Und dank einer besseren Fahrzeugauslastung und der Vermeidung unnötiger Fahrten biete Carsharing auch Vorteile für die Umwelt.
Beispiel drei ist die Sektion Stuttgart des Deutschen Alpenvereins – ebenfalls ein Kunde von Stadtmobil Carsharing. Bis vor einigen Jahren war es üblich, dass die Mitarbeiter ihre Privatfahrzeuge für Geschäftsfahrten zur Verfügung stellten und die Fahrtkosten abrechneten. Inzwischen werden für Ausfahrten und Freizeiten von Jugendgruppen Carsharing-Fahrzeuge genutzt. „Die sind in der Regel günstiger als Mietfahrzeuge”, ist DAV-Jugendbildungsreferent Christian Alex überzeugt.
Von Peter Stöffges
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