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Verkehrsbelastung für neue Neckarbrücke nicht beschönigen
 


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08.02.2010
Verkehrsbelastung für neue Neckarbrücke nicht beschönigen

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IHK Region Stuttgart
Anke Seifert
Tel.: 0711 2005-322
Fax: 0711 2005-327

Dokument-Nummer: 32095

08. Februar 2010
Verkehrsbelastung für neue Neckarbrücke nicht beschönigen
Bundesamtsstatistik bestätigt Einschätzung der IHK

Für die Planung der Neckarbrücke nahe Remseck-Aldingen muss eine realistische Verkehrsbelastung zugrunde gelegt werden und keine, die das tatsächliche Verkehrsaufkommen verfälscht oder beschönigt. Das fordert die Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart von den Beteiligten der am kommenden Mittwoch stattfindenden Anhörung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens. „Dass die Städte Kornwestheim und Fellbach weiterhin mit einer eigenen Verkehrszählung gegen die Neckarbrücke Front machen, ist nichts als lokaler Egoismus. Fellbach konnte seine Verkehrsprobleme vorbildlich mit Kappelbergtunnel und Stadttunnel lösen. Das muss Fellbach jetzt auch anderen notleidenden Bereichen des Kreises zugestehen“, erklärt Claus Paal, Präsident der IHK-Bezirkskammer Rems-Murr. Eine Verkehrszählung, die inmitten einer tiefgreifenden Wirtschaftskrise erfolgte, zum Ausgangspunkt einer Zukunftsplanung zu machen, die in den nächsten Jahrzehnten den Anforderungen der Verkehrsentwicklung im Norden der Region Rechnung tragen soll, sei unverantwortlich, so Paal.

Paal verweist auf die aktuelle Mautstatistik des Bundesamts für Güterverkehr für 2009, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde und die die Einschätzung der IHK vom Sommer 2009 bestätige. Der zufolge war die Auslastung der Fracht- und Beförderungskapazitäten der Logistikbranche um bis zu 20 Prozent unter das Vorjahresniveau gefallen. Allein bei den schweren Lkw (über 12 t zulässiges Gesamtgewicht) sei demnach ein Rückgang der Fahrleistung um durchschnittlich fast 12 Prozent auf deutschen Autobahnen zu verzeichnen gewesen. Während bis einschließlich Juni letzten Jahres der Rückgang noch 15 Prozent betragen habe, schwächte sich dieser im zweiten Halbjahr schon wieder auf 8 Prozent ab. Aufgrund der regionalen Wirtschaftsstruktur mit ihrem hohen Exportanteil bei Investitionsgütern sei der Einbruch bei den Transporten in der Region vermutlich noch größer als im gesamtdeutschen Durchschnitt. Die Verkehrszählungen der Städte Kornwestheim und Fellbach vom Mai 2009 mit 30.500 Fahrzeugen pro Tag fielen jedenfalls in den nachfrageschwächsten Zeitraum für Güterverkehrsleistungen.

„Dass in der schwersten Wirtschaftskrise, die die Region seit vielen Jahrzehnten getroffen hat, weniger Lkw, Busse und Personenwagen auf den Straßen unterwegs sind, sollte eigentlich niemanden überraschen“, so IHK-Bezirkskammerpräsident Paal. Zugleich gehe die IHK fest davon aus, dass es im Verlauf dieses Jahres zu einer Erholung der Geschäftstätigkeit kommen werde und 2011 das Aufkommen an Verkehrslogistik das Niveau vor der Krise wieder annähernd erreicht haben könnte.

Paal bekräftigte auch, dass allein eine zweispurige Linienführung zur Debatte stehe. Niemand spreche von einem vierspurigen Ausbau, wie dies von Seiten der Brückengegner häufig unterstellt werde. „Die IHK hofft“, so Paal, „dass es dem Regierungspräsidium in der 3. Anhörung nun gelingt, die Planung jetzt endlich durchzuziehen.“ Die Wirtschaft und die Bevölkerung in der Region Stuttgart und insbesondere im Rems-Murr-Kreis seien dringend auf eine Verbesserung der jetzigen Situation angewiesen.



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