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INTERNATIONAL

Afrika, Nah- und Mittelost

Die MENA-Region

Auch die MENA-Staaten (MENA - Middle-East/North Africa)  spüren die Auswirkungen des weltweiten Konjunktureinbruchs. Dennoch bietet die Region deutschen Unternehmen gute Chancen. Zum einen sind die Staatskassen dank des Öl-Booms in den vergangenen Jahren gut gefüllt. Zum anderen öffnen die Länder ihre Märkte, sie deregulieren, privatisieren Staatsunternehmen und bauen neue Industrien auf. Die Diversifizierung der Wirtschaft soll die Abhängigkeit vom Ölexport verringern.

Diese Anstrengungen machen sich bereits bezahlt. Vor allem die reichen Golfstaaten stoßen große Infrastrukturprojekte an. Saudi-Arabien will neue Wirtschaftsstädte errichten. Die Vereinigten Arabischen Emirate investieren massiv in den Ausbau wissensbasierter Branchen wie Umwelttechnik und Gesundheitswesen. Das Emirat Katar wird allein für den Energiesektor mehrere Milliarden US-Dollar ausgeben. Auch in den nordafrikanischen Ländern ist Bewegung: Ägypten hat das Investitionsklima spürbar verbessert, erzielt hohe Wachstumsraten und hat sich als IT-Standort einen Namen gemacht. Algerien will bis 2013 rund 150 Milliarden US-Dollar investieren und Marokko setzt auf erneuerbare Energien.

In den MENA-Ländern sind jedoch nicht nur Ausrüstungsgüter für die zahlreichen Infrastrukturvorhaben und Industrieprojekte gefragt. Spürbar ist vor allem das beidseitige Interesse an einem intensiven Technologieaustausch. Dieser Trend zeigt sich besonders deutlich in der vertieften Bildungszusammenarbeit, vor allem auf technisch-ingenieurwissenschaftlichem Gebiet. Auch der Wunsch arabischer Fonds, verstärkt in Unternehmen und neue Technologien in Deutschland zu investieren, zielt in diese Richtung.

Sub-Sahara-Afrika

Sub-Sahara-Afrika hat - bei allen Problemen - positive wirtschaftliche und politische Entwicklungen erreicht. Das Wirtschaftswachstum von 15 afrikanischen Ländern lag in den letzten Jahren bei fünf bis sechs Prozent und damit deutlich über den deutschen Werten. Steigende Investitionen, politische Reformen in Politik und Wirtschaft, die das Wachstum ankurbeln und neue Arbeitsplätze schaffen – auch das ist afrikanische Realität.
Doch die derzeitige Weltwirtschaftskrise wirkt sich immer stärker auch auf die Entwicklungsländer aus. Auch Sub-Sahara-Afrika bekommt die realwirtschaftlichen Folgen zunehmend zu spüren. Dennoch prognostiziert der IWF für 2010 ein Wirtschaftswachstum von 4,5 Prozent für die Region.
Insgesamt gilt, dass aufgrund einer sehr unterschiedlich verlaufenden Entwicklung innerhalb der Staaten Subsahara-Afrikas eine pauschale Beurteilung der Risiken oder Chancen von "Afrika" nicht möglich ist. Ökonomische und politische Rahmenbedingungen erfordern ein differenziertes Afrika-Bild seitens deutscher Unternehmen.

(Quelle: German Trade & Invest - GTaI)

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