Claus Coschurba
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In Bayern ist seit dem 1. August 2010 das Rauchen in Gäststätten komplett verboten. Ausnahmen für kleine Kneipen und Gastronomiebetriebe mit extra Nebenräumen wurden abgeschafft. In Baden-Württemberg würde ein derart striktes Rauchverbot zahlreiche Existenzen gefährden. Das ergab eine repräsentative Umfrage der IHK Region Stuttgart. Von den Betrieben, in denen Rauchen erlaubt ist, fürchten mehr als zwei Drittel bei einem kompletten Rauchverbot um ihre Existenz. Weitere 22 Prozent rechnen mit erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen.
Die Mehrzahl der Gastronomen bietet einen Nebenraum für Raucher an, während 33 Prozent der Befragten das Rauchen ganz verbieten und 30 Prozent ein Raucherlokal betreiben. Da in vielen Betrieben früher kein abgetrennter Raum vorgesehen war, mussten fast 70 Prozent der Wirte, die ihren rauchenden Gästen einen extra Raum anbieten, dafür gezielt investieren. Mit einem kompletten Rauchverbot wären diese Investitionen plötzlich sinnlos, auf den Kosten für die Finanzierung blieben die Wirte sitzen. Die IHK Region Stuttgart warnt vor einem negativen Signal an die Wirtschaft, wenn rechtliche Vorgaben mit kostenintensivem Anpassungsbedarf nach nur kurzer Zeit geändert werden.
Die derzeitige Situation in Baden-Württemberg steht bereits für einen starken Nichtraucherschutz. In mehr als zwei Drittel der Gaststätten wird nicht oder nur in einem Nebenraum geraucht, so dass Nichtraucher dem blauen Dunst nicht ausgesetzt sind.
Um in einem Betrieb ohne Nebenraum das Rauchen erlauben zu dürfen, müssen hohe rechtliche Hürden genommen werden. Insbesondere die Größe ist streng limitiert, so dass nur Wirte mit sehr kleinen Gasträumen in den Genuss dieses Privilegs kommen. Zudem dürfen nur einfache Speisen angeboten werden und nur noch volljährige Gäste eingelassen werden. Wer als mündiger Bürger trotz der Auswahl an rauchfreien Alternativen gezielt in eine solche Kneipe geht, will das nicht durch ein Nichtraucherschutzgesetz verboten bekommen. Wie unsere Umfrage ergab, treibt besonders die Wirte solcher Kleinstbetriebe die Angst vor einem übermäßig verschärften Nichtraucherschutz um. 90 Prozent der Inhaber von Raucherlokalen fürchten um ihre Existenz, bei Gastronomen mit extra Nebenräumen für Raucher ist es fast jeder zweite.
Die IHK Region Stuttgart fordert die Landesregierung im Sinne einer verlässlichen Politik auf, ihrer bisherigen Linie zum Nichtraucherschutz treu zu bleiben. Einem kompletten Rauchverbot in Baden-Württemberg sollte eine klare Absage erteilt werden, wenn notwendig auch auf Bundesebene.
Die IHK ist in die Bauleitplanung und Raumordnung eingebunden und setzt sich für ausreichende und gut erschlossene Industrie- und Gewerbeflächen ein. mehr
© Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart
Für die Richtigkeit der in dieser Website enthaltenen Angaben können wir trotz sorgfältiger Prüfung keine Gewähr übernehmen. Weitere Informationen, auch zu Datenschutz und Haftung, finden Sie im Impressum.
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