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DIENSTLEISTUNGEN

Medien- und IT-Dienstleister in der Region Stuttgart

Welche Rolle spielen die Unternehmen der Medien- und IT-Wirtschaft in der Region Stuttgart, was sind ihre Perspektiven, unter welchen Rahmenbedingungen arbeiten sie und wie müssten sich diese verbessern, um mehr Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen? Um gezielt Herausforderungen und Bedürfnisse von Unternehmen aus einzelnen Schlüsselbranchen ermitteln zu können, hat die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart Dienstleistungsunternehmen zu den Zukunftsaussichten ihrer Branche und zum Standort Region Stuttgart befragt.

Bei den vom Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) durchgeführten Experteninterviews ging es um Standortfaktoren, Fachkräfte, Innovation und Netzwerke, um Wachstumsaussichten und Rahmenbedingungen sowie um Fragen der Internationalisierung. Für die Dienstleister aus der Medien- und IT-Branche wurde ein Branchenbild erstellt. Dieses gibt Aufschluss über statistische Größen im Metropolenvergleich, aber auch über spezifische Fragestellungen, beispielsweise Einschätzungen der befragten Experten zum Image und zu den Zukunftsaussichten der Branche. Viele der Aussagen und Meinungen der befragten Experten finden sich auszugsweise in den Branchenbildern wieder. Diese erheben deshalb nicht den Anspruch auf Repräsentativität, sie sind als Denkanstoß und Diskussionsansatz zu verstehen.

1.              Beschäftigung: Struktur und Entwicklung

Die Medien/IT-Branche stellte in der Region Stuttgart im Jahr 2010 insgesamt 4,6 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Dabei entfielen sechs von zehn dieser Stellen (59,4 Prozent) auf den Bereich „Erbringung von Dienstleistungen der Informationstechnologie“ (vgl. Abbildung 1). Zu diesem Wirtschaftszweig zählen Programmiertätigkeiten, die Erbringung von informationstechnologischen Beratungsdienstleistungen sowie der Betrieb von Datenverarbeitungseinrichtungen für Dritte. Als nächst größte Teilsektoren folgen zum einen das Verlagswesen und zum anderen der Bereich Werbung und Marktforschung, die 17,0 Prozent bzw. 11,1 Prozent der Branchenbeschäftigung stellen.

Abbildung 1:    Beschäftigungsanteile innerhalb des Bereichs „Medien/IT“ in der Region Stuttgart, 2010 (Stichtag: 31.03.)

Kreisdiagramm_Medien_IT_Dienstleister

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung und -Darstellung

Unter einem Beschäftigtenanteil von fünf Prozent liegen die Telekommunikation (4,5 Prozent), die Rundfunkanstalten (3,5 Prozent) und die Informationsdienstleistungen (2,4 Prozent), wozu unter anderem die Bereitstellung von Infrastrukturen für Hosting und DV-Dienste, der Betrieb von Webportalen sowie der Bereich Nachrichtenbüros gehören. Insgesamt 2,1 Prozent der Branchenbeschäftigung entfallen schließlich noch auf das Konglomerat „Herstellung, Verleih und Vertrieb von Filmen und TV-Programmen, Kinos und Tonstudios“.

Die beschäftigungspolitische Bedeutung der Medien/IT-Branche in der Region Stuttgart ist höher als im Bundes- und Landesdurchschnitt; ihr Anteil an der Gesamtbeschäftigung liegt mit 4,6 Prozent etwa ein Prozentpunkt über dem Bundes- und Landeswert (vgl. Tabelle 1).

Tabelle 1:    Beschäftigte in der Medien/IT-Branche - und Anteile an allen Beschäftigten, 2010 (31.03.)

Beschäftigte

Anteil an allen Beschäftigten

Deutschland

947.000

3,5 Prozent

Baden-Württemberg

140.400

3,6 Prozent

Region Stuttgart

48.100

4,6 Prozent

Stadtkreis Stuttgart

21.900

6,4 Prozent

Landkreis Böblingen

9.000

5,9 Prozent

Landkreis Esslingen

6.800

3,9 Prozent

Landkreis Göppingen

900

1,2 Prozent

Landkreis Ludwigsburg

4.500

2,8 Prozent

Rems-Murr-Kreis

3.200

2,6 Prozent

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung

Innerhalb der Region Stuttgart konzentrieren sich 45,5 Prozent bzw. 21.900 der Medien/IT-Arbeitsplätze auf den Standort Stadt Stuttgart, was die dortige Relevanz dieser Branche unterstreicht. So macht der Medien/IT-Bereich 6,4 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung in dieser Stadtregion aus. Ebenfalls über dem Regionsdurchschnitt liegt noch der Anteil der Branchenbeschäftigten im Landkreis Böblingen, und zwar mit 5,9 Prozent, was einer absoluten Beschäftigtenzahl von etwa 9.000 entspricht. Dagegen fallen die anderen Landkreise der Region im Vergleich mehr oder weniger deutlich ab.

Interregionaler Vergleich

Wie Abbildung 2 zeigt, liegt die Region Stuttgart in der Branche Medien/IT im Vergleich zu den deutschen Großstadtregionen im Mittelfeld - dies gilt nicht nur in Bezug auf die beschäftigungspolitische Bedeutung des Wirtschaftszweigs innerhalb der Branche, sondern auch im Hinblick auf die Dynamik: Im Zeitraum von 2007 bis 2010 hat in der Region Stuttgart die Beschäftigtenzahl im Medien/IT-Bereich um 2,3 Prozent zugenommen.

Abbildung 2: Vergleich der Bedeutung und Dynamik des Bereichs „Medien/IT“ in ausgewählten deutschen Großstadtregionen

Medien_IT_Dienstleister

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung und -Darstellung

Die Beschäftigungsdynamik fiel damit zum Beispiel höher aus als beim Medien/IT-Standort München, wo das Beschäftigungsniveau mit einem Plus von nur 0,7 Prozent fast stagnierte. Gleichwohl liegt die Region München bei dieser Branche weiterhin an der Spitze der deutschen Großstadtregionen. Am dynamischsten entwickelte sich die Region Köln/Bonn - hier legte die Beschäftigtenzahl im Medien/IT-Bereich um 6,4 Prozent zu.

Seite 1: Teil 1

DOKUMENT-NR. 80997

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