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DIENSTLEISTUNGEN

Beratungsdienstleistungen

Welche Rolle spielen die Unternehmen der Beratungsdienstleistungen in der Region Stuttgart, was sind ihre Perspektiven, unter welchen Rahmenbedingungen arbeiten sie und wie müssten sich diese verbessern, um mehr Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen? Um gezielt Herausforderungen und Bedürfnisse von Unternehmen aus einzelnen Schlüsselbranchen ermitteln zu können, hat die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart Dienstleistungsunternehmen zu den Zukunftsaussichten ihrer Branche und zum Standort Region Stuttgart befragt.

Bei den vom Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) durchgeführten Experteninterviews ging es um Standortfaktoren, Fachkräfte, Innovation und Netzwerke, um Wachstumsaussichten und Rahmenbedingungen sowie um Fragen der Internationalisierung. Für die Beratungsdienstleister wurde ein Branchenbild erstellt. Dieses gibt Aufschluss über statistische Größen im Metropolenvergleich, aber auch über spezifische Fragestellungen, beispielsweise Einschätzungen der befragten Experten zum Image und zu den Zukunftsaussichten der Branche. Viele der Aussagen und Meinungen der befragten Experten finden sich auszugsweise in den Branchenbildern wieder. Diese erheben deshalb nicht den Anspruch auf Repräsentativität, sie sind als Denkanstoß und Diskussionsansatz zu verstehen.

1. Beschäftigung: Struktur und Entwicklung

Die Beratungsbranche gilt als eine der dynamischsten Wirtschaftszweige des letzten Jahrzehnts. Dies gilt zwar auch für die Beratungsdienstleister der Region Stuttgart, wobei deren Beschäftigungsdynamik in den letzten Jahren aber deutlich nachgelassen hat, was auch mit der starken Abhängigkeit von ihren industriellen Kunden vor Ort zu tun haben dürfte, die von der erst seit Kurzem überwundene Wirtschaftskrise besonders hart getroffen wurden.

Im Jahr 2010 waren in der Beratungsbranche der Region Stuttgart 48.400 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Davon entfiel über die Hälfte (51,8 Prozent) auf den Bereich Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben (vgl. Abbildung 1). Es folgt die Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung mit einem Anteilswert von 21,7 Prozent. Die Public Relations- und Unternehmensberatung kommen zusammen auf 15,2 Prozent und der Bereich Rechtsberatung macht 11,3 Prozent der Branchenbeschäftigung aus.

Abbildung 1: Beschäftigungsanteile innerhalb der Beratungsbranche in der
Region Stuttgart, 2010 (Stichtag 31.03.)

Kreisdiagramm_Beratungsdienstleistungen

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung und -Darstellung

Die Beratungsdienstleister stellen in der Region Stuttgart 4,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (2010). Wie Tabelle 1 zeigt, liegt der Beschäftigtenanteil damit um etwa 1,7 Prozentpunkte über dem Bundes- und Landesdurchschnitt. Im Stadtkreis Stuttgart sind mit 31.500 Beschäftigten fast zwei Drittel (65,2 Prozent) der in der Region in der Beratungsbranche Tätigen konzentriert. Dies schlägt sich auch darin nieder, als im Stadtkreis Stuttgart die Beratungsbranche allein 9,2 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellt. In den fünf Landkreisen der Region schwankt der entsprechende Anteilswert zwischen 1,8 und 3,4 Prozent, wobei der Landkreis Böblingen immerhin noch eine Beschäftigtenzahl von 5.200 erreicht.

Tabelle 1:    Beschäftigte in der Beratungsbranche - und Anteil an allen Beschäftigten, 2010 (31.03.)

Beschäftigte

Anteil an allen Beschäftigten

Deutschland

803.400

2,9 Prozent

Baden-Württemberg

117.300

3,0 Prozent

Region Stuttgart

48.400

4,7 Prozent

Stadtkreis Stuttgart

31.500

9,2 Prozent

Landkreis Böblingen

5.200

3,4 Prozent

Landkreis Esslingen

3.700

2,1 Prozent

Landkreis Göppingen

1.600

2,1 Prozent

Landkreis Ludwigsburg

4.100

2,5 Prozent

Rems-Murr-Kreis

2.200

1,8 Prozent

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung

Interregionaler Vergleich

Mit den 48.400 in der Region Stuttgart in der Beratungsbranche tätigen Beschäftigten (2010) kommt dieser Wirtschaftszweig auf 4,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Im interregionalen Vergleich liegt sie damit hinter der Rhein-Main-Region und der Region München, die Beschäftigtenanteilswerte von 5,8 bzw. 5,7 Prozent erreichen. Die drittplatzierte Region Stuttgart führt ein Regionencluster an, das Anteilswerte zwischen drei Prozent und fünf Prozent hat.

Abbildung 2: Vergleich der Bedeutung und Dynamik des Beratungsdienst­leistungssektors in ausgewählten deutschen Großstadtregionen

Beratungsdienstleister

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung und -Darstellung

Innerhalb desselben Regionenclusters schneidet die Region Stuttgart, was die Beschäftigungsdynamik angeht, jedoch schlechter als der Durchschnitt ab. So konnte die Region Stuttgart in der Zeit von 2007 bis 2010 bei den Arbeitsplätzen in der Beratungsbranche nur um 2,3 Prozent zulegen, während einige Regionen dieses Clusters ein Beschäftigungswachstum von über zehn Prozent erreichten. Besonders bemerkenswert ist das enorme Wachstum in der Region München. Hier legte die Beschäftigung in der relativ kurzen Zeit von vier Jahren um fast ein Drittel (32,8 Prozent) zu. Damit hat die Region München das Rhein-Main-Gebiet beinahe eingeholt, und zwar sowohl bei den absoluten Beschäftigtenzahlen als auch bei der relativen Bedeutung dieser Branche für die Gesamtbeschäftigung.

Zusammengefasst zeigt sich für die Region Stuttgart für die Beratungsbranche im Vergleich der deutschen Großstadtregionen zwar eine überdurchschnittliche Bedeutung für die Gesamtbeschäftigung, jedoch eine nur unterdurchschnittliche Dynamik.

Seite 1: Teil 1

DOKUMENT-NR. 80961

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