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Der Dienstleistungssektor in der Region Stuttgart
(PDF, 690 KB) (Dokument-Nr.: 80085)
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Datenbank Technische Dienstleister (Link: http://firmen.stuttgart.ihk24.de/willkommen.aspx?application_type=2)
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Welche Rolle spielen die Unternehmen der Technischen Dienstleistungen in der Region Stuttgart, was sind ihre Perspektiven, unter welchen Rahmenbedingungen arbeiten sie und wie müssten sich diese verbessern, um mehr Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen? Um gezielt Herausforderungen und Bedürfnisse von Unternehmen aus einzelnen Schlüsselbranchen ermitteln zu können, hat die Industrie- und Handelskammer Region Stuttgart Dienstleistungsunternehmen zu den Zukunftsaussichten ihrer Branche und zum Standort Region Stuttgart befragt.
Bei den vom Institut für angewandte Wirtschaftsforschung (IAW) durchgeführten Experteninterviews ging es um Standortfaktoren, Fachkräfte, Innovation und Netzwerke, um Wachstumsaussichten und Rahmenbedingungen sowie um Fragen der Internationalisierung. Für die Technischen Dienstleister wurde ein Branchenbild erstellt. Dieses gibt Aufschluss über statistische Größen im Metropolenvergleich, aber auch über spezifische Fragestellungen, beispielsweise Einschätzungen der befragten Experten zum Image und zu den Zukunftsaussichten der Branche. Viele der Aussagen und Meinungen der befragten Experten finden sich auszugsweise in den Branchenbildern wieder. Diese erheben deshalb nicht den Anspruch auf Repräsentativität, sie sind als Denkanstoß und Diskussionsansatz zu verstehen.
1. Beschäftigung: Struktur und Entwicklung
Die Technischen Dienstleister zählen, gemessen an ihrer Beschäftigtenzahl, zu den eher kleineren Branchen. Gleichwohl stellte dieser Wirtschaftszweig in der Region Stuttgart im Jahr 2010 immerhin 3,7 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Von den 38.100 Stellen entfielen allein 62,5 Prozent auf Architektur- und Ingenieurbüros (vgl. Abbildung 1).[1] Dieser Bereich gilt als relativ stark inlandsorientiert und ist in seiner Entwicklung in besonderem Maße von der Baukonjunktur abhängig, wenngleich ein zunehmender Anteil des Umsatzes im Auslandsgeschäft getätigt wird.
Abbildung 1: Beschäftigungsanteile innerhalb der Technischen Dienstleister in der Region Stuttgart, 2010 (Stichtag: 31.03.)
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung und -Darstellung
Der Bereich Forschung und Entwicklung stellt in der Region 22,5 Prozent der Beschäftigten im Bereich der Technischen Dienste. Dabei handelt es sich um spezialisierte Dienstleistungsunternehmen, die FuE-Aufträge von anderen Unternehmen, insbesondere aus dem Verarbeitenden Gewerbe, ausführen. Die entsprechenden FuE-Einrichtungen sind im Allgemeinen recht intensiv in die internationale Arbeitsteilung eingebunden. Der Bereich technische, physikalische und chemische Untersuchung kommt innerhalb des Wirtschaftszweigs Technische Dienste auf einen Beschäftigtenanteil von 7,5 Prozent. Zu den Technischen Dienstleistungen im weiteren Sinne zählt auch der Bereich Hausmeisterdienste, der 4,8 Prozent der Branchenbeschäftigung stellt. Ein Teil der Technischen Dienstleister hat in den letzten Jahren vom Outsourcing anderer Unternehmen profitiert, etwa indem FuE-Tätigkeiten oder Hausmeisterarbeiten, die bisher unternehmensintern erledigt wurden, an spezialisierte Dienstleister ausgelagert wurden.
Während in Deutschland und Baden-Württemberg die Technischen Dienstleister nur 2,3 bzw. 2,5 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellen, sind es in der Region Stuttgart 3,7 Prozent (vgl. Tabelle 1). Innerhalb der Region kommt zwar der Stadtkreis Stuttgart mit 13.500 Stellen auf die höchste Zahl entsprechender Arbeitsplätze, gemessen an der prozentualen beschäftigungspolitischen Bedeutung dominiert jedoch der Landkreis Böblingen. Hier entfallen auf die Technischen Dienste nicht weniger als 5,7 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Die restlichen Landkreise liegen dagegen mehr oder weniger deutlich unter dem regionalen Anteilswert.
Tabelle 1: Beschäftigte in den Technischen Dienstleistungen - und Anteil an allen Beschäftigten, 2010 (31.03.)
Beschäftigte | Anteil an allen Beschäftigten | |
Deutschland | 627.900 | 2,3 Prozent |
Baden-Württemberg | 95.900 | 2,5 Prozent |
Region Stuttgart | 38.100 | 3,7 Prozent |
Stadtkreis Stuttgart | 13.500 | 3,9 Prozent |
Landkreis Böblingen | 8.700 | 5,7 Prozent |
Landkreis Esslingen | 3.900 | 2,2 Prozent |
Landkreis Göppingen | 1.100 | 1,4 Prozent |
Landkreis Ludwigsburg | 2.800 | 1,7 Prozent |
Rems-Murr-Kreis | 2.000 | 1,6 Prozent |
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung
Interregionaler Vergleich
Der in Abbildung 2 aufgezeigte interregionale Vergleich verdeutlicht, dass die beschäftigungspolitische Bedeutung der technischen Dienstleister in der Region Stuttgart mit einem Beschäftigtenanteil von 3,7 Prozent (2010) nur noch von der Region München übertroffen wurde, wo die Branche vier Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stellten. Zwar hat die Region Berlin in absoluten Zahlen ausgedrückt mit 56.000 Beschäftigten im Bereich Technische Dienste noch mehr Beschäftigte - relativ zur Gesamtbeschäftigung kommt Berlin an München und Stuttgart aber nicht heran. Der Großteil der deutschen Großstadtregionen hat Beschäftigtenanteile zwischen 1,5 und drei Prozent.
Abbildung 2: Vergleich der Bedeutung und Dynamik des Bereichs Technische Dienstleister in ausgewählten deutschen Großstadtregionen
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, IAW-Berechnung und -Darstellung
Blickt man aber auf die Beschäftigungsentwicklung der letzten Jahre, dann zeigt sich für die Region eine nur unterdurchschnittliche Beschäftigungsdynamik. So legte in der Zeit von 2007 bis 2010 die Beschäftigtenzahl bei den Technischen Dienstleistern in der Region Stuttgart zwar um 4,6 Prozent zu - dies war im Vergleich der zehn Großstadtregionen jedoch das zweitschlechteste Ergebnis. Klarer Spitzenreiter in Punkto Dynamik war die Region Hamburg, wo die Zahl der entsprechenden Arbeitsplätze um über ein Fünftel (21,2 Prozent) zunahm.
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